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Sich Neuem nicht zu verschließen, dieses aber mit Bewährtem zu kombinieren: Diesen Schritt ging die FF Baiersdorf einmal mehr mit der Verlastung eines neuen hydraulischen Rettungssatzes auf ihrem Vorausrüstwagen. Das Besondere daran: Die neuen Geräte arbeiten mit Akkubetrieb und stehen dabei ihren hydraulikschlauchgebundenen Vorgängern in nichts nach – ganz im Gegenteil.

Da der bisher verwendete, über 20 Jahre alte Rettungssatz des Vorausrüstwagens den Anforderungen modernen Karosseriebaus nur mehr eingeschränkt gerecht wurde und zudem der teure Ersatz seiner Hydraulikschläuche vorgeschrieben war, entschied man sich für den Austausch gegen neue Technik. Neben ausreichenden Leistungsreserven wurden dabei nachfolgende, auch bereits 2013 im Feuerwehrbedarfsplan aufgenommene Gesichtspunkte berücksichtigt:

Als einzige Feuerwehr im Landkreis Erlangen-Höchstadt hat die FF Baiersdorf in ihrem eigenen Schutzbereich neben dem Brandschutz insbesondere den Hilfeleistungsdienst auf einer Bundesautobahn, einer DB-Schnellfahrstrecke, mehreren überörtlich bedeutenden Straßen sowie auf einer Bundeswasserstraße, an einem größeren Fließgewässer (Regnitz) und in den örtlichen Gewerbegebieten sicherzustellen.  Deshalb kann mit dem neuen Rettungssatz auf dem VRW als „Vorhut“, aber auch als Ergänzung der Hilfeleistungsbeladungen von Rüstwagen und Löschgruppenfahrzeug vor allem Folgendes erreicht bzw. erleichtert werden:

·         Schnelle Verfügbarkeit zur Schaffung eines Rettungszuganges für eingeklemmte Personen vor Ort: Deshalb Verlastung auf einem geländegängigen und mit Führerscheinklasse B  lenkbaren Fahrzeug, das kurz- bis mittelfristig adäquat ersetzt wird, vor allem auch im Hinblick auf die Problematik mit der oftmals nicht oder nur unzureichend breiten Rettungsgasse bei Unfällen auf der sehr stark befahrenen BAB73, für die der Feuerwehr mittlerweile zur Verkürzung der Eintreffzeiten zumindest in Fahrtrichtung Bamberg zusätzlich eine Behelfsauffahrt in Höhe des Gewerbehofs  Baiersdorf zur Verfügung steht,

·         Transport des Geräts auch auf schmalen oder, zumindest bedingt, abseits befestigter Straßen, z.B. entlang der ICE-Strecke oder des Europakanals,

·         Einsetzbarkeit ohne großen technischen Aufwand, im Notfall auch leicht zwischen sich stauenden oder verunfallten Fahrzeugen, Werkhallen- oder Baustelleneinrichtungen hindurch sowie über Gräben, Böschungen und Leitern zu tragen,

·         Leichter Transport durch die Türen der Lärmschutzwände der viergleisigen ICE-/ S-Bahn-Strecke und geringer Platzbedarf auf den Schienenrollwagen des Rüstsatzes „Bahn“

·         Transportabel mittels Arbeitsboot oder über die Drehleiter bei Einsätzen auf Schiffen auf dem Europakanal,

·         gewichtsmäßig gut ausbalancierte Bauweise, leichte Handhabung auf Gerüsten oder Podesten ohne das Gewicht der ansonsten nachzuziehenden Hydraulikschläuche,

·          ausreichende Leistungsreserve beim Einsatz an modernen Konstruktionen des Straßen- und Schienenfahrzeug- sowie des Schiffs- und Maschinenbaus.

Ursprünglich war nach der Indienststellung des neuen Rüstwagens im Jahr 2007 seitens der Feuerwehrführung, wie bei anderen Wehren auch, angedacht gewesen, für den Vorausrüstwagen keinen Ersatz mehr zu beschaffen. Mehrere Entwicklungen und Ereignisse in den letzten Jahren sorgten aber für ein Umdenken:

-          Das enorm steigende Verkehrsaufkommen auf der BAB73, verbunden mit trotz entsprechender Aufklärung der Bevölkerung nicht abklingenden Problemen mit der Rettungsgasse, die mit Großfahrzeugen oftmals nur schwer zu passieren ist

-          Der Neubau der viergleisigen ICE- und S-Bahn-Strecke mit langen, außen- und innenliegenden Lärmschutzwänden und zum großen Teil unzureichender Erreichbarkeit mit Großfahrzeugen

-          Zunahme von Schiffs-, Öl- und Personenunfällen auf dem Europakanal in der Region, eingeschränkter Befahrbarkeit der Dämme, vor allen in den Wintermonaten, wobei sich der allradgetriebene VRW zusätzlich als ideales Zugfahrzeug für den Trailer des Arbeitsbootes und zum Slippen des Bootes an vielen, sonst nicht leicht zugänglichen Uferstellen, auch an der Regnitz, bewährt hat

-          Führerscheinproblematik: Ein VRW kann noch mit der Fahrerlaubnisklasse B gefahren werden, so dass die ersten nach der Alarmierung im Gerätehaus eintreffenden Einsatzkräfte unmittelbar ausrücken können.

Somit fiel bei der Erstellung des Brandschutzbedarfsplans im Jahr 2013 zunächst feuerwehrintern die Entscheidung, am VRW-Konzept festzuhalten, die im weiteren Verlauf durch die Ratifizierung des Plans auch seitens des Stadtrates mitgetragen wurde. Eine Ersatzbeschaffung für den aktuell vorhandenen Mercedes G 280 aus dem Jahr 1979 (generalüberholt 2009) ist noch für das Jahr 2017, spätestens 2018 geplant.

Seitens der Rettungstechnik konnte bei dem vorgenannten umfangreichen Anforderungsprofil das „eDRAULIC“-System von Lukas am besten punkten, so dass Ende November 2016 die Entscheidung zugunsten des akkubetriebenen Rettungssatzes fiel.

Dieser besteht aus:

-  Rettungsspreitzer SP555 E2, Spreizkraft 52 – 658kN (entspricht etwa 5,3 bis 67 Tonnen) bei 73cm Spreizweg, „shark tooth“-Spreizspitzen gegen Abrutschen an glatten Metalloberflächen, in die Arme integrierte Quetschplatten, Quetschkraft 115kN (entspricht etwa 12 Tonnen), Gewicht 20kg (ohne Akku), integrierte LED-Arbeitsfeldleuchte, kompatibel mit vorhandenem Kettensatz auf RW

-  Schneidgerät S700 E2, Öffnungsweite 192mm, selbstausrichtende Messerkonfiguration, EN-Schneidklasse H (Voll-Rundstahl bis 28mm Durchmesser), Gewicht 21,8kg (ohne Akku), integrierte LED-Arbeitsfeldleuchte

-  Teleskop-Rettungszylinder R421 E2, Druckkraft 60/127kN (entspricht etwa 6,1/12,95 Tonnen), Länge eingefahren 597mm, ausgefahren 1347mm, Antriebseinheit auch unter Last drehbar, um Patiententransfer nicht zu behindern, Gewicht 19kg (ohne Akku), beidseits integrierte LED-Arbeitsfeldleuchten

-  5 Akkus mit Ladezustandsanzeige

- 2 Netzgeräte zum Laden und als Rückfallebene zum Betrieb der Geräte über Stromerzeuger (verlastet je einmal auf RW und LF16/12)

Nach der Beschaffung des Rettungssatzes und der Installation der Gerätehalterungen im Fahrzeug erfolgte nun Anfang Februar die Einweisung der Einsatzkräfte und die Indienststellung.

 

   

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