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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, was sein könnte, wenn Sie bei einem schweren Verkehrsunfall von der Feuerwehr aus Ihrem Fahrzeug befreit werden müssten?

Nun – auf jeden Fall wünscht sich das zunächst einmal keiner, und die Feuerwehr will natürlich auch, dass Sie und Ihre Lieben stets sicher und gesund wieder zu Hause ankommen.
Sie schnallen sich immer richtig an? Sie verwenden für Ihre Kinder immer einen geeigneten Sitz? Sie telefonieren nicht im Auto? Dann tun Sie schon mehr als viele, leider in mancher Hinsicht immer noch etwas uneinsichtige Verkehrsteilnehmer. Und ein modernes und damit sicheres Auto haben Sie vielleicht auch – mit ABS, ESP, Airbags an allen möglichen Stellen, Gurtstraffern, Seitenaufprallschutz und, und, und… Ja – und, was denn noch? Das werden Sie sich vielleicht jetzt fragen.
Bitte entschuldigen Sie die etwas provozierende Einleitung zum heutigen Beitrag Ihrer Feuerwehr. Worauf wir hinaus wollen, ist Folgendes: Sie machen in punkto Autofahren alles richtig, fahren ein sicheres Auto – und trotzdem kann Ihnen vielleicht gerade das zum Verhängnis werden. Nämlich genau dann, wenn Sie tatsächlich einmal damit verunglücken. Und genau diese Sicherheitseinrichtungen Ihres Fahrzeugs schützen Sie nicht nur auf jeden Fall im Moment des Unfalls, sondern erschweren bei der unter Umständen anschließend notwendigen technischen Rettung die Arbeit der Feuerwehr. Wenn´s ganz dumm kommt, geraten die Helfer sogar in Gefahr, durch Sicherheitseinrichtungen verletzt zu werden, z.B. durch noch nicht ausgelöste Airbags oder Gurtstraffer. Viele Autos, nicht mehr nur ab der „gehobenen Mittelklasse“, sind heute so sicher gebaut, dass die Mittel der Feuerwehr mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten können und oft an ihre Leistungsgrenzen geraten.
Was tun? Jedes Jahr das Stadtsäckel mit einer fünfstelligen Summe für neue Rettungsgeräte belasten? Unmöglich! Zum Glück geht´s billiger – und auch einfacher. Natürlich hat auch jedes moderne Auto seine Schwachstellen, sozusagen seine „Achillesferse“. Nur: Bei jedem Fahrzeug ist die woanders. Bei der Vielfalt der Fahrzeuge, die auf unseren Straßen unterwegs sind, ist es daher unmöglich, jeden Typ hinsichtlich der Zugangsmöglichkeiten und Gefahrenstellen zu kennen. Deswegen möchten wir Sie an dieser Stelle um Ihre Mithilfe bitten (nein, sie müssen jetzt nicht Ihren Neuwagen gegen einen alten Gebrauchten eintauschen, aus dem wir Sie leicht herausschneiden können!):
Statten Sie doch bitte einfach, sofern noch nicht vorhanden, Ihr Fahrzeug mit einer sogenannten Rettungskarte aus!
Die gibt es inzwischen für sehr viele, auch ältere Modelle. Dieser Vordruck zeigt uns Ihr Auto in verschiedenen Ansichten und Schnitten. Und so erfährt die Feuerwehr, wo sich Batterien und Fahrzeugtank befinden, um die Brandgefahr schnell minimieren zu können. Dann sehen wir, wo sich Auslösemechanismen für Airbags und Gurtstraffer befinden, die wir tunlichst in Ruhe lassen sollten. Außerdem sind die Stellen markiert, wo Ihr Auto besonders stabil ist und wo unsere Rettungsschere vielleicht scheitern würde.

Grafik: www.motortalk.de
Diese und noch viele weitere Informationen helfen uns,
Sie im Notfall schnell befreien zu können.
Einfach, aber wirkungsvoll, oder?
Die Rettungskarte bekommen Sie am einfachsten und natürlich kostenlos über den ADAC, auch wenn Sie kein Mitglied sind. Auf dessen Homepage www.adac.de geben Sie einfach als Suchbegriff „Rettungskarte“ ein, dann erhalten Sie viele weitere Informationen dazu. Natürlich gibt´s da auch eine Aufstellung der Fahrzeughersteller, wo Sie den richtigen anklicken und Ihren Fahrzeugtyp aufrufen und ausdrucken können. Wenn´s für Sie zu schwierig ist, oder Sie keinen Internetzugang haben, bitten Sie doch einfach Ihre Kinder, Enkel oder Freunde darum. Sie helfen Ihnen doch sicher weiter – und bestimmt auch Ihr Autohändler.
Den Ausdruck verstauen Sie dann in der Sonnenblende über dem Fahrersitz Ihres Autos. Dieses weiche Teil geht in den meisten Fällen bei Unfällen nicht kaputt und ist für die Feuerwehr leicht erreichbar. Damit helfen Sie uns – und vor allem Ihnen!

Toppen lässt sich das Ganze noch mit einem Aufkleber „Rettungskarte“, den Sie kostenlos in jeder ADAC-Geschäftsstelle erhalten und auf die Frontscheibe in der oberen Ecke auf der Fahrerseite kleben können.

Aber auch ohne diesen Hinweis werden wir natürlich künftig in jedem Unfallfahrzeug nach einer Rettungskarte suchen, um verunglückte Personen schnell und sicher befreien zu können.
Aber auch ohne Unfälle mit eingeklemmten Personen gab´s im Monat September wieder jede Menge Arbeit für die Feuerwehr Baiersdorf. 19mal wurden wir angefordert, wobei sich das Einsatzspektrum einmal mehr von Gasgeruch und Fahrzeugbergung bis hin zu einem gemeldeten LKW-Brand auf der Autobahn erstreckte, der sich allerdings zum Glück nur als Reifenschaden herausstellte. Um ein Fischsterben zu verhindern, musste im Baggersee das Wasser mit einer leistungsfähigen Pumpe umgewälzt und mit Sauerstoff angereichert werden, daneben sicherten wir den Krenmarkt ab und besetzten bei Bedarf die Einsatzzentrale im Feuerwehrgerätehaus. 13mal wurden unsere First Responder-Teams zu Unfällen und medizinischen Notfällen aller Art in der ganzen Region angefordert, um die Zeit bis zum Eintreffen von Notarzt und Rettungsdienst mit qualifizierter Erster Hilfe zu überbrücken. Fit für alle möglichen Einsatzsituationen hielten wir uns mit verschiedenen, teilweise großangelegten Übungen, die wir wie üblich in Wort und Bild auf unserer Homepage präsentieren. Weitere aktuelle Informationen und Bilder, auch zu Einsätzen, finden Sie ebenfalls hier auf unseren Homepages.
Übrigens: Wir freuen uns auf jede(n) neue(n) Mitarbeiter(in)!
Bitte beachten: Unser Feuerwehrgerätehaús in Baiersdorf hat seit dem Sommer eine neue Telefonnummer. Falls Sie uns direkt erreichen wollen, wählen Sie bitte (09133) 60 79 78 00. Das Gerätehaus ist jedoch nicht rund um die Uhr besetzt, schließlich müssen auch unsere Feuerwehrleute irgendwann mal Geld verdienen und sich um ihre Familie kümmern.
Bitte verwenden Sie deshalb im Notfall auch weiterhin die Nummer 112 – dann sind wir wie gewohnt in wenigen Minuten bei Ihnen!
Ihr Team der Feuerwehr Baiersdorf
Unsere Freizeit für Ihre Sicherheit!
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